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Bumm . . .

…hats´ gemacht mitten in der Nacht. Nathi und Lisanne lagen hinten in der Koje, während ich durch den Speckgürtel von Istanbul Richtung Zentrum auf der Autobahn gefahren bin. Ich bin über irgendetwas drüber gefahren. Hinten links der Reifen ist geplatzt. So ein Mist. Naja wenigstens weiß ich jetzt, dass der Lukimog sich selbst mit einem Reifenplatzer bei ca. 100km/h recht gutmütig fährt. Ein Standstreifen war auch vorhanden. Wir waren bestimmt die ersten mit Warndreieck und Warnwesten, aber wirklich sicher haben wir uns trotzdem nicht gefühlt. Der Verkehr ist ungebremst an uns vorbei gerauscht. Es nutzt alles nichts, ran an die Arbeit. Der Ersatzreifen hängt in ca. 2,4 m Höhe am Heck. Ich hatte mir für eine solche Situation folgenden Plan gemacht:
Sicherungsbolzen raus schrauben, Seil um das Ersatzrad, Vorhängeschloss von dem Stehbolzen lösen und dann das 90 kg Rad mit dem Seil runter reißen, in die richtige Richtung ziehen und dafür sorgen das niemand von dem Ding erschlagen wird. Schön wäre ja auch noch, wenn das Rad dabei nicht quer über die Autobahn rollt.

Der Plan hat gut funktioniert.

So jetzt den „Kleinwagen“ eben hoch und Rad montiert. Auch das hat geklappt, obwohl Lisanne nicht geholfen hat, sie hat alles verschlafen.

Wohin mit dem platten Reifen??? …wie gesagt Nathi und ich ohne Lisanne null Chance das Ding auf die Reserveradhalterung hoch zu bekommen. Deswegen habe ich das Auto so in den Strassengraben gefahren, dass sich das Rad über ein Sandblech vom gegenüberliegenden Hang gut durch die Eingangstür in den Wohnbereich rollen ließ. Rad noch mittels Spanngurt verzurrt, dann runter von der Autobahn und einen Schlafplatz gesucht. Wir mussten etwas länger suchen, haben dafür aber einen umso besseren Platz gefunden. Eben, recht ruhig, Pinkelmöglichkeiten für Binti und sogar direkt am Meer.

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Am nächsten morgen, es war Samstag, sind wir dann recht früh gestartet um einen neuen Reifen zu bekommen. Das stellte sich als nicht ganz so einfach heraus. Denn meinen Reifen gibt´s in der Türkei gar nicht. Ich habe mich dann für zwei türkische Reifen entschieden, die ein Profil wie ein Traktor haben. Frühestens Montag oder Dienstag wären die da. Okay, was sollen wir machen, ohne Ersatzrad…???

Dienstag waren sie dann da. Die Jungs haben die alten Reifen noch ganz klassisch mit Montiereisen, ohne irgendeine Maschine von der Felge geholt und die Neuen auch wieder aufgezogen. Knochenarbeit. Während wir von der Werkstatt-Seele mit Tee versorgt worden sind.

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Seitdem haben wir hinten türkische Traktorreifen drauf und vorne die Conti´s. Das Fahrerlebnis ist etwas schwammig besonders in Spurrillen und wenn es dann noch um die Kurve geht, ist das Fahrverhalten ich sag mal „gewöhnungsbedürftig“. Dafür haben wir jetzt zwei Ersatzreifen. Einen ohne Felge auf dem Dach und den anderen hat uns ein Baustoffhändler mit dem Gabelstapler auf die Reserveradhalterung gehoben. Wie immer sind wir auch von ihm auf einen Tee eingeladen worden und Geld wollte er auch keines haben.

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Ich habe die meisten Menschen hier bisher als zurückhaltend, aber sehr hilfsbereit und freundlich erlebt.

Lukas

7 Kommentare

  1. Christoph Maxeiner Christoph Maxeiner

    Gute Weiterfahrt ?

  2. Peter Schüller Peter Schüller

    Hallo ihr drei das ist ja mal ärgerlich dann hoffe ich dass der Traktor Reifen auch 100 kmh kann und noch lange hält Gruß Peter.s

  3. Henrike Henrike

    Lieber Lukas (und unbekannterweise alle andren!)
    Wolfram erzaehlte mir von Eurem Abenteuer (und meine Eltern emailten mir das suesse Bild von Lisanne) und ich folge jetzt mit viel Interesse Euren Erlebnissen – – – den Mut haette ich nicht -, bin sehr beeindruckt, auch von den schoenen Bildern, und wuensche Euch allen weiterhin eine erfolgreiche Tour mit moeglichst wenigen geplatzten Reifen! Bist Du zum Klassentreffen wieder da? Viel Glueck und lieben Gruss, Henrike (alias Petty….)

    • Christoph Maxeiner Christoph Maxeiner

      Have a nice trip.

    • Lukimog Lukimog

      Liebe Grüße zurück! Geplant ist, dass wir rechtzeitig zurück sind 😉

  4. Uli Uli

    Ich bin ganz einfach beeindruckt. Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt. Uli

  5. Marc Marc

    Das ist ja richtig spannend euch hier zu verfolgen. Weiterhin eine gute, abenteuerliche aber sichere Reise.Als ich euern Bericht gelesen habe musste ich an unsere Klassenfahrt vom Praktisch-Zug denken. Hattest du da nicht die Bremsbeläge von deinem VW mitten auf einer Waldstraße gewechselt?

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