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Araukarier, Dinos und die Region Neuquén

Ein kurzer Abstecher nach Argentinien Sonntag, 3. bis Mittwoch, 13. September 2023

Die für diese Region so typischen Araukarier-Tannen

Nach einer langen Zeit in Peru und Chile verschlug es uns mal wieder nach Argentinien. Wir freuten uns riesig!

Der erste mögliche Pass war der Paso Pino Hachado. Alle Pässe weiter nördlich waren für uns mit Baby Arvid zu hoch und/oder aufgrund der heftigen Regenfälle im Juli und August und den damit einhergehenden Erdrutsche oder Schneemassen geschlossen.

Der Paso Pino Hachado ist ein vergleichsweise großer Grenzübergang an dem auch Cargo erlaubt ist. Kann sein, dass der Pass wegen Schnee ein paar Tage zu war und vielleicht war deshalb die LKW Schlange rund 2 km lang aber es verwundert uns immer wieder, warum es für die LKW Fahrer in vielen Teilen der Welt keine bessere Lösungen gibt. Die LKW Fahrer mussten hier ihr Fahrzeug abstellen, zu Fuß zur Grenze laufen, um dort dann die Grenzformalitäten abzuarbeiten. An russischen oder mongolischen Grenzen reihen sich die LKW Fahrer in die Schlange ein und bewegen sich dann im Stop und Go nach vorne, wo dann die Grenzformalitäten erledigt werden. Schläft einer der Fahrer zu tief ein, verliert er seinen Platz in der Schlange. Das chilenische Verfahren ist zwar ein etwas besseres Verfahren aber in beiden Fällen, trägt das Prozedere nicht zu einer guten körperlichen Verfassung der LKW Fahrer bei. Übermüdung vorprogrammiert!

Gott sei Dank haben wir Reisende es da besser und durften an der langen Schlange vorbei fahren und hatten Migration und Aduana von Ausreise und Einreise in einer Stunde erledigt.

Kaum auf argentinischer Seite angekommen wurden wir mit wunderbarem Sonnenschein begrüßt. Wir fuhren also nicht mehr weit, sondern blieben am Zusammenfluss von Arroyo Las Lajitas und Rio Agrio stehen. In Argentinien ist die Platzsuche im Vergleich zu Chile so herrlich einfach.

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Zapala. Eine Kleinstadt, in der wir erfreut feststellen, dass unsere SIM Karte von vor fast sechs Monaten nicht abgestellt wurde und wir so alsbald wieder Internet hatten. Auch konnten wir wieder günstiger einkaufen. Mit Ausnahme von Gemüse und Importprodukten, ist Argentinien deutlich günstiger als Chile. Chile kann man sich aktuell preislich so vorstellen, wie ein Einkauf bei Rewe oder Edeka in Deutschland. Aber auch in Chile sind Importprodukte deutlich teurer.

In Cutral Có müssen wir wieder Geld tauschen. Aufgrund der Inflation haben wir bei der Ausreise aus Argentinien im März nur einen kleinen Rest zurückbehalten. Bei unserem letzten Tausch bei Western Union (WU) im März 2023 lag der Wechselkurs bei 1€:385ARS, in Cutral Co sind wir bei 1€:812 ARS. Diesen Bericht schreibe ich im Oktober nach dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl am 22.10 und vor der Stichwahl am 18.11 zwischen Milei und Massa. Und nun liegt der Wechselkurs bei 1€:919ARS bei WU. Eine Bekannte berichtete auch von 1€:1004 ARS. Mal sehen wohin das noch geht.

Uns tun die Argentinier, die unter der Inflation leiden, sehr leid. Wir versuchen so viel wie möglich ohne Rechnung und in kleinen Geschäften zu kaufen. Trotz der blöden Situation sind die Argentinier aber weiterhin unheimlich aufgeschlossen, interessiert, warmherzig und nötigen einen quasi zum Assado-Essen.

Es geht weiter in Richtung einer Ausgrabungsstätte von Dinosaurier-Fossilien namens Proyecto Dino.
Vorher stehen wir jedoch einsam am Lago Los Barreales und sind überrascht über die vielen Erdölpumpen und kleinen Raffinierien.

Als wir wieder Empfang hatten, googelte ich ein wenig und stellte fest, dass die Region Neuquén, in der wir uns gerade befanden, über große Erdöl- und Erdgasreserven verfügen soll. Nichtsdestotrotz ist Argentinien kein Global Player in diesem Wirtschaftszweig aber kann zumindest nach einem großen Fund 2021 seinen eigenen Energiebedarf zum Großteil decken und ist weniger auf Import angewiesen.

Bei der Ausgrabungsstätte kamen wir ohne vorherige Anmeldung an, bekamen aber direkt eine spannende dreistündige Führung von einem der Paläontologen. Lisanne durfte auch mal Hämmerchen und Pinsel betätigen und wir lernten einiges über Dinosaurier.
Allerdings stimmten wir alle drei im Anschluss darüber überein, dass der Beruf Paläontologe nichts für uns wäre.

Die netten Paläontologen sagten uns, dass viele Overlander circa 500 Meter entfernt am Strand vor oder nach der Führung stehen würden. Da wir noch nichts gefrühstückt hatten, schauten wir uns den Platz an, frühstückten und blieben direkt für eine Nacht.

Auch wenn in keinem von uns ein Paläontologe schlummert, suchten wir nach unserem Besuch bei Proyecto Dino überall nach Fossilien

Besuch bekamen wir dort von einem Fuchs, der an einem seiner Hinterläufe eine schlimme Verletzung hatte. Da wir immer ein bisschen Futter für unsere Hundefreunde dabei haben, bekam das Füchschen ein tolles Mittagessen zubereitet. Abends und am nächsten morgen kam er wieder und wurde von uns umsorgt. Hoffentlich konnten wir ihn so unterstützen, die Verletzung zu überstehen. Hilfreich war da bestimmt auch, dass der Fuchs auch von einem seiner Artgenossen Futter gebracht bekam.

Auch Lisanne, Arvid und ich wurden von Lukas mit leckerem „Futter“ versorgt. Er ist mittlerweile Meister im argentinischen Assado … Hmmmmm…!

Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung eines anderen Stausees namens Embalse Ezequiel Ramos Mexia.
Da die Kids kurz vor dem See des Fahrens noch nicht überdrüssig waren, machen wir noch einen kleinen Abstecher zu Dinospuren am Ufer.

Für unseren geplanten Standplatz am Embalse Ezequiel Ramos Mexia mussten wir die Staumauer überqueren, kurzer Check unserer Pässe, kleiner neugieriger Schnack der von ihrer eintönigen Arbeit gelangweilten Polizisten und weiter ging’s. Ab der Staumauer gab es nur noch Ripio (Wellblech) . Lukas machte den Luftdruck wieder etwas runter, sodass ein Teil der Dämpfung aus den Reifen kommen konnte. Bei unseren Reifen gehen wir hinten von 4,5 auf 3,5 bar und vorne von 4,0 auf 3,0 bar. Aber Achtung, das geht nicht mit jedem Reifen und man muss sich ein wenig herantasten.

Wir fanden einen mega Standplatz. Mit dem Unimog waren sowohl bei der Anfahrt als auch Abfahrt ein paar interessante Stellen dabei. Also wir waren nur bei 20% von dem was beim Unimog möglich ist, aber trotzdem wunderte uns mal wieder, mit was für Möhren die Argentinier diese Pisten meistern.

Ein herrlicher Standplatz! Wir wuschen unser gesamte Wäsche, fuhren mit dem Boot über den Stausee und Lukas angelte. Er war zwarnicht sooo erfolgreich wie sonst und fing nur zwei Forellen. Machte aber nichts, wir hatten genug Holz gesammelt und argentinische Steaks gekauft, um an den anderen Abenden leckeres Asado zuzubereiten.

Ein Fossil fanden wir an den Felsen….aber was das mal war? Keine Ahnung!


Als wir nach drei Nächten kein Gemüse mehr hatten, verließen wir dieses schöne Fleckchen Erde. Wir wollten in vier Tagen in Villarrica (Chile) sein, da wir dort mit unserem Reisebekannten Walter verabredet waren, also mussten wir so langsam los.

Dank der guten Straßen kamen wir super schnell durch und wir wollten am nächsten Tag schon viel Strecke Richtung chilenischer Grenze schaffen. Leider mussten wir auf Höhe Primeros Pinos umkehren, da nach dem kleinen Skigebiet die Straße Richtung Villa Pehuenia gesperrt war.
Habe ich geschrieben „leider“? Eigentlich war es großes Glück, denn nachdem wir am nächsten Tag noch ein paar To Do‘s in Zapala abhaken konnten, fuhren wir eine herrlich schöne Strecke über die Laguna Verde, an Guanacos vorbei, durch tolle Felsformationen und Frühlingsfarben. Zwischendurch gab es auch mal Schneefall und Hagel. Diese schöne Landschaften hätten wir sonst verpasst.


Am Lago Aluminé fanden wir am Strand Vulkangestein, der beim letzten Ausbruch des Llaima bis hierher geflogen sein muss. Ist witzig die Steine hochzuheben, da sie viel leichter sind als sie aussehen. Fühlt sich an wie Katzenstreu – und ist es ja im Prinzip auch.

Am nächsten Tag lassen wir das Dorf Villa Pehuenia am Lago Aluminé links liegen, da uns alles trotz absoluter Nebensaison viel zu touristisch erscheint. Statt einem Bummel durchs Dorf geht es daher direkt zum Grenzübergang nach Chile dem Paso Icalma.

Im Internet steht, dass an diesem Grenzübergang nur leichte Fahrzeuge passieren dürfen. Aber was heißt leicht? Vermutlich ist nur Cargo hier verboten, denn trotz unserer knapp 8 Tonnen, dürfen wir die Grenze passieren.

Zurück in Chile!

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